Was war vor 10 Jahre!

Trotzdem ist die Dunkelziffer der Verstöße noch immer sehr groß, und selbst die Einführung von „Fußball – online“ ließ manche nicht vor Missbrauch zurückschrecken, oder hat man gar vielerorts nicht erkannt, dass durch die Darstellung der Spiele im Internet auch der Nachwuchsfußball „öffentlich“ geworden ist. Manche Betreuer und Funktionäre haben mit Sicherheit darauf vertraut, dass der Gegner ohnehin auch auf die lästige Passkontrolle verzichtet und somit ein anderer/älterer Spieler ohne große Probleme eingesetzt werden konnte. Meist hat der dann auch überragend gespielt und gleich ein paar Tore geschossen – nach dem Spiel dann großer Aufschrei des Gegners von wegen Betrug usw. (nachträglich wird Spielerpaßkontrolle gefordert; Gerüchte unter den Spielern selbst) – nur der betreffende Spieler ist mittlerweile bereits über alle Berge und eine Kontrolle kaum mehr möglich.
JHGO Werner Köhler (Nordwest-Mitte): „Kreuzt man während einem Spiel am Sportplatz auf und will Kontrollen durchführen, werden Spieler kurzerhand ausgewechselt und verschwinden auch gleich von der Ersatzspielerbank und aus der Kabine.“
JHGO Klaus Würnschimmel (West): „Mancherorts herrscht große Verwunderung wenn man nach der Passkontrolle fragt, widerwillig holen die Betreuer ihre Mappen und signalisieren dem Schiedsrichter dass alles in Ordnung sei… „
JHGO Erich Jezek (WestMitte): „Die Ausreden „wir kennen die Kinder ja eh“ sollten nicht gelten, denn danach gibt es wieder Anzeigen wegen falsch eingesetzter Spieler.“
Beispiele aus der Praxis gefällig? Spieler M. schießt beim 2:1 Sieg des Vereines X beide Tore und wird zum Matchwinner – ein Arbeitskollege gratuliert dem Papa stolz im Büro – der ist aber verblüfft, weil sein Sohn schon seit längerer Zeit gar nicht mehr spielt…..
Spieler G. wird bei einem Spiel schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht, die Eltern verständigt – bei denen sitzt der Schock aber nicht sehr tief, denn der Sohn surft zur selben Zeit zuhause am PC….. Ergebnis: 0:3 und Geldstrafe € 400,- und Funktionssperre für sechs Monate
Bei den Eltern eines tatsächlich verletzten Sportlers ist die Überraschung umso größer, wenn die Versicherung die ärztl. Leistungen in Rechnung stellt. Ergebnis: 0:3 und Geldstrafe € 400,-
Kaum zu glauben: um sich Siege im bedeutenden U9 – Bewerb zu sichern fälschen Betreuer/ Funktionäre Unterlagen schon bei der Anmeldung – durch Klassenkameraden usw. kommt man Jahre später dahinter, dass das Geburtsjahr nicht stimmen kann….. Ergebnis: 0:3 und Geldstrafe € 2000,- und Funktionssperre für zwei Jahre
Jetzt wird die bereits in Kraft gesetzte Regelung ab der Saison 2009/10 nochmals verschärft – dann hat der nominierte Schiedsrichter zu überwachen, dass eine Spielerpasskontrolle bei allen Nachwuchsspielen durchgeführt wird, und bei Zuwiderhandeln Anzeige zu erstatten – der Schiedsrichter selbst muss diese Kontrolle nicht durchführen – er ist nur Überwachungsorgan!
Man darf schon gespannt sein, ob es dann noch immer solch coole und von falschem Ehrgeiz getriebene Erfolgstypen gibt, die trotzdem versuchen, dem Glück (Sieg) auf die Sprünge zu helfen, um sich dann als Erfolgstrainer von den Eltern und vom Bürgermeister als Meister feiern zu lassen!?
„Betrug“ wäre der einzig richtige Ausdruck dafür – aber viele Leute glauben noch immer, dass im Fußball öffentliches Recht und Gesetze ohnehin keine Gültigkeit haben – das Erwachen ist dann manchmal bitter und die Erkenntnis ernüchternd, die Vorbildwirkung der Erwachsenen für die Jugend schon lange verloren gegangen.
Auch der FAIR PLAY Gedanke bleibt da oft auf der Strecke – Mitspieler, Gegner, Zuschauer werden in die Irre geführt und hintergangen.
Text: Ab der Saison 2009/10 hat der nominierte Schiedsrichter bei Nachwuchsspielen die Spielerpaß(- card) kontrolle, die für die Vereine verpflichtend vorgeschrieben ist, zu überwachen und bei Zuwiderhandeln bzw. Einspruch eines Vereines Meldung zu erstatten.
Spielerpaßkontrolle im Nachwuchs – im Sinne von Fair Play eine Notwendigkeit
Die Jugendhauptgruppe (JHG) Nordwest-Mitte führte in der Saison 2007/08 bereits ein Pilotprojekt durch und verpflichtete die Vereine zur gegenseitigen Kontrolle der Spielerpässe vor jedem Nachwuchsspiel. Das positive Ergebnis – Rückgang von Klagen und Anzeigen wegen des Einsatzes unberechtigter Spieler – war für den Jugendausschuß Anlass, diese Regel ab 2008/09 auf den gesamten Nachwuchsbereich in NÖ auszudehnen und dies durch Vorstandsbeschluß (Anm. 11. Dezember 2008) bestätigen zu lassen.
„Was nicht passt, wird passend gemacht“. Mancher übermotivierter Nachwuchstrainer- oder Nachwuchsfunktionär ließ sich in der Vergangenheit zu glatten Betrugsmanövern hinreißen. Jetzt wird der Spielerpasskontrolle im Nachwuchs weitaus mehr Augenmerk geschenkt.

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